Nach den tödlichen Schüssen auf einen 49-Jährigen am 23.12.2023 in Mannheim versammelten sich vergangenen Samstag am Plankenkopf rund 200 Personen zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt.
Nach den tragischen Polizeischüssen auf einen 49-jährigen Mann in Mannheim versammelten sich am Samstagnachmittag etwa 200 Menschen zu einer friedlichen Kundgebung in der Innenstadt. Die Teilnehmer, die sich am Eingang der Fußgängerzone versammelten, setzten sich gegen Polizeigewalt ein und forderten auf Plakaten und Redebeiträgen unter anderem eine besser für den Umgang mit psychisch kranken Menschen ausgebildete Gedenken für die Opfer von Polizeigewalt. Die Demonstranten drängten auch darauf, dass rassistisch motivierte Polizeigewalt ein Ende finden müsse.
Bereits am vorangegangenen Mittwoch hatten sich etwa 500 Menschen zu einer Mahnwache im Stadtteil Schönau versammelt, wo der 49-Jährige am 23.12 von Polizisten erschossen wurde, nachdem er sich mit einem Küchenmesser in der Hand auf die Beamten zubewegt hatte. Die „Initiative 2. Mai“ organisierte beide Kundgebungen und erhielt ihren Namen nach dem Tag im Jahr 2022, an dem ein ebenfalls psychisch kranker Mann in Mannheim während eines Polizeieinsatzes ums Leben kam. Der Prozess gegen die beteiligten Beamten soll am 12. Januar beginnen, wobei ihnen Körperverletzung im Amt mit Todesfolge bzw. fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen wird.
Die Ermittlungen zu den tödlichen Polizeischüssen sind noch nicht abgeschlossen. Laut dem aktuellen Stand hatte der 49-jährige Mann über den Notruf die Polizei informiert, dass sich eine tote Person in seiner Wohnung in der Johann-Schütte-Straße befinde. Laut Angaben von Polizei bedrohte der Mann die eingesetzten Kräfte mehrfach mit einem Messer und ignorierte wiederholte Aufforderungen, es abzulegen. Schließlich schoss einer der Polizisten, als sich der Mann mit dem Messer in der Hand auf die Beamten zubewegte.
Die Obduktion bestätigte, dass der 49-Jährige an den Schüssen verstarb. Er war türkischer Staatsbürger, polizeilich bekannt und laut der „Initiative 2. Mai“ psychisch krank. Er lebte mit seinen drei Kindern bei seiner Mutter, und in seiner Wohnung wurde keine tote Person gefunden. Die Ermittler werten derzeit zahlreiche Handyvideos vom fraglichen Tag aus, haben bereits mehr als 20 Zeugen vernommen und bitten weiterhin um Hinweise und Handyvideos von Menschen, die vor Ort waren.