

Hierbei handelt es sich um die Flagge der Landvolkbewegung. Bei der heutigen Demonstration wurde von einzelnen Teilnehmer*innen meist eine oder zwei kleine Flaggen oben am Traktor verwendet. (siehe Bilder)
Quelle: Geschichte S-H
Am heutigen Montag versammelten sich in Wiesbaden mehr als 2,000 Landwirte, um gegen die geplante Streichung von Subventionen für die Agrarindustrie zu protestieren. Die Demonstrationen, die Teil eines bundesweiten Bauernprotests waren, verliefen größtenteils friedlich, jedoch zeigte sich eine problematische Dynamik im Zusammenhang mit rechtsextremen Vereinnahmungsversuchen.
Flagge der Landvolkbewegung im Konvoi
Bemerkenswert war, dass im Verlauf der Demonstration mehrere Traktoren im Konvoi Flaggen der Landvolkbewegung präsentierten. Diese Bewegung wird als zutiefst rechtsextrem eingeschätzt und steht in der Geschichte als Wegbereiter des Erfolgs der NSDAP. Die Landvolkbewegung zeichnet sich durch völkischen Nationalismus, Antisemitismus und Antiparlamentarismus aus. Auch der zweite Traktor im Zug verfügte anfangs über eine solche Flagge welche jedoch vor Beginn des Protestzuges entfernt wurde. Andere Teilnehmer*innen behielten Ihre rechtsextreme beflaggung jedoch bei und erfuhren keinerlei Widerstand.
Rechtsextreme Parteien bei den Kundgebungen
Neben den Landvolkbewegungsflaggen waren auch Anhänger rechtsextremer Parteien bei den Kundgebungen präsent. Die AfD, der „dritte Weg“ und die NPD-Nachfolgepartei „die Heimat“ beteiligten sich an den Demonstrationen rund um den Demonstrationszug der Landwirte. Interessanterweise lehnt die AfD Subventionen grundsätzlich ab und steht somit den Forderungen der Landwirte diametral entgegen. Einige Landwirte winkten der AfD-Kundgebung zwar aus ihren Traktoren zu, die Mehrheit ignorierte jedoch diese politische Teilnahme.
Versuchte Vereinnahmung scheitert trotz Sympathien
Es lässt sich feststellen, dass die versuchte Vereinnahmung des Bauernprotests durch rechtsextreme Gruppen nicht vollständig gelang. Die Mehrheit der Landwirte ignorierte die rechtsextremen Parteien, und die AfD, obwohl präsent, erhielt keine breitere Unterstützung aus den Reihen der Bauern. Dies deutet darauf hin, dass die Landwirte ihre Proteste nicht als Plattform für rechtsextreme Agenden sehen.
Querdenken
Die Kundgebung auf dem Kochbrunnenplatz vor der hessischen Staatskanzlei war von Teilnehmer*innen welche sich in weiten Teilen dem Querdenken Spektrum zuordnen ließen geprägt. Das auf den Schildern präsentierte war zumeist wenig spezifische Kritik an der Ampel, insbesondere an den Grünen sowie fremdenfeindliche Parolen. Die Menge jubelte dem Konvoi zu.
Unklare Haltung gegenüber Landvolkbewegung
Die Haltung der Teilnehmer zur Landvolkbewegung bleibt jedoch unklar. Während ein Landwirt die entsprechende Flagge entfernten, deutet die Tatsache, dass einige dies nicht taten und auf ebendiese auch keinerlei Druck ausgeübt wurde dies zu ändern möglicherweise auf Unwissenheit oder Gleichgültigkeit hin. Es bleibt offen, ob dies als stille Zustimmung zu den rechtsextremen Ideologien der Landvolkbewegung zu interpretieren ist oder ob es auf andere Faktoren zurückzuführen ist.
Insgesamt zeigt die heutige Demonstration in Wiesbaden, dass die Bauernproteste trotz vereinzelter rechtsextremer Elemente eine breite Basis haben und die versuchte Vereinnahmung durch diese Gruppen nicht erfolgreich war. Es bleibt jedoch wichtig, die Entwicklungen weiterhin aufmerksam zu verfolgen und die Teilnehmer dazu zu ermutigen, sich bewusst von rechtsextremen Ideologien zu distanzieren.